14
Nov
2006

Angsthypnose

Mein interessanter Gedanke des Abends ist, dass die Angst immer aus dem kommt, was schon war. Während wir meinen, sie sei Angst vor Zukünftigem.
Und wir ducken uns, weil wir selbst kaum glauben mögen, dass wir die Unbezwingbaren sind.
So geht es mir stündlich wechselnd in diesen Stunden des Abschieds. Wo ich alle Zustände tatkräftig und aktiv und sogar ohne nenneswerten Ehrverlust beendet habe, die in mir Ängste nährten ... da kriechen, dieser einfachen und deutlichen Tatsache zum Trotz, Schlangen und Dämonen - scheinbar aus Bürotüren, durch Treppenhäuser, in mein kleines Noch-Hasenkäfig-Büro. Jenseits der Gegenwart, in der meine Stärke längst angekommen ist, während meine Schwäche meint, sie muss sich rumtreiben und im Urschlamm sudeln.

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Luiling - 19. Nov, 21:19

ja, die Angst steckt im Rucksack, den wir mit uns rumtragen und der uns den Weg in die Zukunft beschwert.

Beschwerde dich nicht!

Du brauchst den Rucksack nicht wirklich.

Gruß
Frieda

wasserfrau - 19. Nov, 22:57

Ich muss lachen. Das erinnert mich an das Wort Rucksack-Deutsche, das ich lange nicht mehr gehört habe. Das waren die Flüchtlinge, die mit nichts als einem Rucksack nach dem Krieg usw. Wie zum Beispiel mein damlas junger Vater. Und natürlich hatten sie, obwohl in den Rucksack schon alles rein musste, noch ordentlich Angst mit eingepackt.
Das am Rande, wenn es nicht auch mal dazu gehört.
Du hast auch recht für meine aktuelle Situation. Das Zauberwort im Übergang heißt, Achtsamkeit für die bereits erlittenen Gewalten, mit beiden Augen noch mal bewusst draufglotzen, was da geschieht, wenns einen noch mal durchspült. Und dann natürlich so gut wie möglich abschließen.
Ich danke dir für deine verstehenden Worte!
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