Schmutzwaesche

3
Nov
2009

Ich fass es nicht...

das heißt: eigentlich doch. Dass unser Herr Vermieter ein Mensch mit nur sehr notdürftig niedergehalten Aggressionen und irgendwie grundsätzlich gestört ist, sowas rieche ich mit den mir eigenen Antennen hundert Meter gegen den Wind. Dass unangenehme Begegnungen zwischen Vermietern und Mietern irgendwie normal sind, weiß ich. Ich verstehe es nicht, ich verstehe es dennoch nicht.

Bei uns regnet´s rein. Der Herr wurde informiert, nachdem die ersten Schriftstücke im Arbeitszimmer des Mannes des Hauses gebrauchsunfähig waren, aber gleichwohl gebraucht werden. Als der Herr Vermieter endlich reagierte, dann nicht etwa indem er einen Dachdecker schickte, sondern er wurde höchstselbst vorstellig. Und schimpfte wohl übergriffig und cholerisch erst mal über die Einrichtung des Arbeitszimmers. Bücher bis an die Decke! Eine Unverschämtheit! Wenn´s da brennt, und dann? Ein Regal im Flur. Eine Unverschämtheit! Wie soll er da (er ist 2m groß und nicht gerade schmal) behend auf den Dachboden kommen? Und was sieht er auf dem Dachboden? "Gerümpel!" Eine Unverschämtheit!
An dieser Stelle teilte er mit, er werde einen Dachdecker genau dann schicken, wenn wir auf dem (zweifellos mitvermieteten Dachboden) kein Gerümpel mehr hätten. Der Keller im übrigen - vor zwei Jahren hatten wir darauf aufmerksam gemacht, dasss er unbotmäßig feucht ist, was keinerlei Reaktion außer:"Na, das ist halt ein altes Haus" hervorrief - sei nur deswegen feucht, weil wir zuviele! Sachen! dort untergestellt hätten und deswegen die Luft nicht zirkulieren könne. Soso, also neuderdings.

Usw. Ich war zum Glück nicht zugegen als der Monsieur Vermieter im Rundumschlag den für ihn offensichtlich unnötig durch Sachen!Bücher! belegten Haushalt niederschimpfte. Er kam wohl in einen cholerischen Rausch, der zum Schluss völlig vergessen ließ, dass es reinregnet...
Mein Liebster konnte nur zögernd berichten, so geschockt war er...

Und ich? Nun ja... Dass der Mann im Haus leicht messimäßige Sammlerzüge hat, weiß ich und wenn sich jemand darüber rumzackern darf, bin das aber höchstens ich. Wenn man aber in Frankfurt-Bockenheim für ein hinten und vorne miserabel gewartetes Haus brav eine der höchsten Quadratmetermieten der Republik zahlt, kann man wohl das bisschen kostspieligen Raum vollstellen mit was man will und seien es Bücher! (Außer ich hab was dagegen, was zwar auch nichts nutzt, aber auf einem anderen Blatt steht...)

Ich weiß aus hundertmillionen Erzählungen, dass eklige, irre, feindselige Vermieter nicht unbedingt die Ausnahme sind, und so richtig mag ich mich nicht aufregen. Ich bin kein Kind mehr. Ich weiß aber auch, dass ich sehr, sehr böse werden kann, wenn man mir zu dumm kommt. Dieser Mann legt es darauf an.

Und nun sind alle aufgefordert mir ihre scheußlichsten Vermietergeschichten alsbald hier zu berichten. Es sei mir Trost und Waffenschmiede.

3
Feb
2006

Fataler Boxkampf

Aus Angst vor dem Gesichtsverlust baust du eine Mauer um dich, die ist aus dickem Beton.
Ich möchte aber so gerne dein Gesicht sehen und so trete ich wütend gegen diese Mauer - fast chancenlos und es tut mir weh.
Du denkst, wenn ich trete, aha hier droht der Gesichtsverlust - und siehst erst recht zu, dass deine Mauer schön aufgerichtet bleibt.

Und so weiter - ad infinitum.

23
Jan
2006

Hinter jeder Wut

steckt Angst. Ich weiß.

Was war ich heute wieder wütend....

3
Dez
2005

Ich wünsche mir einen neuen Freund

Aber der alte ist noch nicht richtig verbraucht.

7
Sep
2005

No politics

wollte ich in diesem Blog.

Nicht , weil ich mich für Politik nicht interessiere.
Sondern, weil das hier eine ganz andere Auseinandersetzung sein sollte, so privat und seelisch-kreisend wie es "meine", die üblicherweise von mir gewählten, polit-intellektuellen Männer so nicht wollten. Und weil ich diese, genau diese, höchst persönliche Auseinandersetzung mit mir selbst und der w.w.welt wollte und will.

Nun aber lese ich Internet-breit "Todesstrafe für Saddam?" Ich kann nicht mehr anders.
Ich bin GEGEN die Todesstrafe für Saddam.
Ich bin GEGEN die Todesstrafe ÜBERHAUPT.
Ich finde es zutiefst unerträglich,
dass Menschen sich gegenseitig oder auch nur einen und noch einen und noch einen töten, um ihre Ordnung zu beweisen. Strafe durch erlaubten, überhöhten nackten Mord.
(Britney Spears soll ja mal gesagt haben, sie sei für die Todesstrafe, damit die Verbrecher sich das mal merken, abschreckend.)

Aber das war nicht im strikten Sinne "politisch" jetzt von mir, es ist nur mein Ekel vor dem Unheimlichen in der Welt. Die "Todesstrafe" gehört definitiv dazu.

22
Aug
2005

Die Last der Welt auf den Schultern tragen

Ich seh es klar (heute): Dass die unerschütterlichste Liebe und Wärme und Nähe mit unerschütterlicher Bosheit und Machtbewusstheit nicht mithalten können.

Naiv, naiv, naiv.

Obwohl ich mich diesen Problemen nie zuvor soo gestellt habe, weiß glaube ich heute zu wissen, wer gewinnt. Es sind NICHT: Empathie, Intelligenz, Wärme und NACHDENKLICHKEIT.

Something is winning, I don´t like, I´ll never understand and I do not accept.

Aber die, die die Macht haben, haben sie vermutlich, weil sie sich durchsetzen können. Und weil sie damit das Durchsetzungsprinzip zum Prinzip erhoben .
Shit happens .

11
Aug
2005

Crash und Crash

Der gestrige Abend. Wieder eine so vorhersehbare, wie – so denke ich dann immer wieder mal: doch eigentlich vermeidbare (???) – Explosion von mir.
Die Dauerkrise mit dem Geld, der Liebste, das Fass ohne Boden, im Grunde ist das klar, es ändert sich nicht und es kostet. Meine Haltung paradox bis es geht nicht mehr. Ich kann nicht anders, als ihn dann doch zu versorgen, er braucht sein Auto und das muss über den TÜV.
Dann gebe ich ihm das Geld, und direkt danach erfasst mich ein Schwindel, soll das immer so weiter gehen, wer sorgt für mich, was ist mit meinen Träumen, die auch mit Geld eher zu verwirklichen sind als ohne. Ich explodiere, ich schreie, ich tobe. Es strengt mich selbst total an. Ich tobe solange, bis ich mich völlig schrecklich fühle.
In der chinesischen Medizin sind jedem Organ Gefühlsmodi zugeordnet, die sich teils widersprechen, teils aufeinander beziehen. (Ich habe das von Stefan gelernt im Tai Chi Kurs nebenbei, und Stefan und seine Lehren vermisse ich ebenso wie manches andere, was ich in E. nicht wieder fand.) Meistens sind die Gefühlspaare sofort einleuchtend. Die Leber jedoch steht im Zusammenhang mit Großzügigkeit und Wut – das war mir gar nicht gleich einleuchtend. Aber es stimmt, ich erlebe es in der deutlichsten Form. Meine arme Leber.

Man sollte ja nur geben, was man wirklich loslassen kann, bei der Knappheit der Ressourcen ist das aber manchmal schwierig. Dennoch – dieses Explosionen sind ohne Perspektive.

Dann waren wir doch noch im Kino, im Film L.A. Crash. Ein Film, der bei bereits vorhandener destroyter Gemütslage das Unharmonische nur verstärkt. Dabei ist es ein guter Film, aber ich konnte die Aggressionen und Paranoia und Gewalt schwer ertragen. Das ist ja keineswegs immer so bei mir, ich mochte auch schon durchaus unharmonische Filme sehr gerne und ohne mit der Wimper zu zucken. Dennoch ist es ein wirklich guter Film, der kein bisschen langweilig ist oder dummbrutal. Und die Szene, in der das kleine Mädchen den Wunderumhang kommentiert, ist so anrührend, dass das kleine, helle Licht, das da entsteht, doch sehr nachhaltig wichtig ist.
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Das Leben zwischen Schonwaschgang und Schleudern

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Ganz kann ich mich der Tatsache ja nicht verschließen, dass man heutzutage Impressionales beitragen muss. Ich kann, so vermute ich, alle Inhalte meines Blogs selbst verantworten und werde mich auch bemühen, mich an geltendes Recht zu halten. Ich wurde protestantisch erzogen und bin in solchen Bemühungen also geübt. Den Inhalt externer Links kann und will ich nicht verantworten und distanziere mich also nicht nur von jenen, sondern auch von allen Erwägungen, mich dafür in Verantwortung zu ziehen. In irgend auftretenden Zweifelsfällen, viel lieber aber für freundliche Post, gibt es ab sofort ein offenes Scheunentor: eine_wasserfrau@gmx.de

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