Kochwaesche

12
Nov
2006

Glühende Schuhe

Als würde ich auf meiner eigenen Hochzeit (mit mir selbst) tanzen, aber hätte glühende Schuhe an...
Eine Erinnerung an Schneewittchens böse, ach so böse Stiefmutter, die ich mal als Kind im stinkenden Grundschulturnsaal spielen musste. Wobei ich den jetzt nicht rieche im Hintergrund.

Sondern: Freiheit und Gefahr. Der Rauch des Freuden(d)-feuers ist noch etwas gespenstischer Natur. Am würdevollen Selbstkonzept wird neu gebastelt - und manchmal schlage ich mir die Mosaiksteine selbst aus der Hand.

2
Nov
2006

Ohne Übergang

Das ist so kalt da draußen.
Irre, jemand hat die Heizung ausgemacht und das Licht.
Ganz plötzlich. Irre.

(Gab es da nicht andere Winter, die ich kannte, wie waren die?
Möge jemand mein Hirn aus Zement informieren, damit es erführe, vielleicht Gutes sogar erführe.)

Irre.
Das ist kein November. Das ist eine Scholle, die mir ins Herz und Hirn getragen wurde.

Gerne hätte ich jetzt rote Haare und säße auf einem Felsen in der Sonne.

Oder ungefrorene Erinnerungen. Gleitende Zeit.

23
Okt
2006

Meine Hand

(Für und gegen? N.)

Wenn ich dich liebe
bedingungslos, wie ich es bei dir tue,
alles nehme, was kommt, vielleicht mehr als ich mir von mir selbst aus vorgestellt habe...
an bedingungslosem Lieben von anderem, nicht mich-ich,
sondern du...
ganz du werde,
dann:
merke ich den Moment ganz stark, wo ich dir diese Hand,
die für all dies steht...
entgegenstrecke.

Und dann habe ich mich überschritten.
Wenn diese, meine Hand, nicht genommen wird.
nicht gehalten wird.

Dann:
fuchtelt sie in der Leere rum,
ganz ungeliebt.

Und dann will diese verschmähte Hand wieder bei mir sein,
sie hat sich über die Grenzen nach draußen gewagt,
ins Fremde,
und ein Zuhause ist ihr lieber.

Diese Hand, die lieben wollte
und einen Schatz finden wollte,
geht dann ein wenig demütig heim,
wie Kinder, die ausgerissen waren
und das Paradies nicht fanden.
Ein wenig beschämt in diesem Moment.

(Wohlwissend, dass Zuhause kein Paradies war,
aber dass dann doch Zuhause Zuhause ist.)

Und da liegt sie die kleine Hand,
wiedergekommen im Zuhause,
erschöpft.

Das Liebenwollen hat sie überlebt!

Sie schält sich dann in sich selbst,
reckt sich
und fragt:
Was soll aus mir noch werden?

18
Okt
2006

Die Spiegelmetapher I

Das Bild des Spiegels für das, was ich von anderen, an anderen und in anderen lernen kann, dort ihnen begegnen kann, leuchtet mir nicht ein. An und in anderen ... schon gar nicht.
Der Spiegel ist ein schwieriges Medium, bei zu großer Nähe wird das Bild unscharf, bei noch größerer spüre ich nichts als glattes, kaltes Glas. Vielleicht eine scharfe Kante. Noch größere Nähe, der Spiegel ist kaputt, das Bild verschwunden. Der Spiegel hält auf genauem Abstand, nicht zu weit und nicht zu fern, aber was ist mir Begegnung ohne Freiheit und Bewegung, wenn ich durch Veränderung des Standpunktes blind werde?
Niemand sonst kann mich spiegeln und ich niemanden. Denn wir verändern uns ständig durch unsere Zwischenräume und Unschärfen, wir verändern aber auch die Art der Zwischenräume und den Gehalt dessen, was wir scharf und unscharf werden. Irgendwo sind wir immer in einer Chemie beabsichtigter und meistens unbeabsichtigter, bewusster und meistens unbewusster Veränderungen, die kein Spiegel uns zuträgt, weder am Gesicht des einen noch an dem des anderen.
So schnell kommen wir gar nicht weg, dass kein Rauch aufstiege und kein Neues sich gebärte zwischen uns. So schnell steigen wir nicht wieder in den Spiegel, den glatten. Und wenn wir uns hundertmal dort die Haare zurechtstreichen, die uns zu Berge stehen.

(Ein erster Versuch, wird fortgesetzt.)

13
Jul
2006

When my papa sleeps... I love you

Das tut er jetzt vielleicht, und ich hoffe heute Nacht träumt er gut.
Wir Kinder, wir wissen alles, und weil wir es wissen, sind wir im Dunkel „der Entwicklung“.
Er weiß nicht, was ich weiß.
Ich spiegle mich in ihm.
Das erste Mal hat er mir gesagt, dass er Bilanz gezogen hat und gesehen hat, wie negativ sein Leben ist. Tod – Krankheit – Tod- Verlust – usw. I know, ich bin seine Tochter und zur Hälfte ist es auch mein Leben, voller Katastrophen.
Er hat unheimlich viel verschenkt und versäumt von seinem Leben, da wird’s einem grausig.
Und doch nicht verschenkt, er hat mich gezeugt, das ist ja was, aber hallo, er hat die wunderbarste Frau der Welt zur Enkelin, damit ermöglicht.
Aber er hat noch nicht gelebt. Jetzt ist er 76. Ich hab ihm gesagt, dass es Zeit wird.
Er hat es verstanden!!!!!

2
Jun
2006

Dazwischen

Kurze Schübe von Introspektion und Schreiben – dann gleich wieder eine Welle des real life über mich hinweg. So scheint das im Moment zu sein: beides intensiv und ausschließend und eine Furcht dazwischen, wenn der Wechsel vom Inneren ins Äußere geht – und umgekehrt.
Obwohl es verschieden ist: Beim Wechsel von Außen nach Innen ist es tatsächlich eher Furcht, die dann wohlig landet im Finden. Beim Weg von Innen nach Außen ist es eher Widerstand und Unwillen, die in Akzeptanz landet zu Zeiten. Und doch bricht diese Akzeptanz immer wieder zusammen, gestern Abend im Tal der Tränen. Zu mütterlich bin ich mit Anderen, zu kinderlieb bei Erwachsenen, und das eigene innere Kind liegt plötzlich am Boden im Schlamm und bricht rettungslos verzweifelt hervor für den Moment.
Dann wird alles wieder eingepackt und reintegriert – bitte alles zurück aufs Stühlchen – und das Spiel, der Tanz, ein leiser, wilder Tanz: beginnt von neuem

10
Mai
2006

Wer heute Nacht ...

noch Daumen drücken kann,
möge es bitte tun.
Kurz und präzise und einen entscheidenden Augenblick lang.

Ich könnte den lauen Mond in der feuchten Frühsommernacht anschreien, dass er mir hilft. Oder auf Hilfe verzichten - und mir einfach mal wieder sagen, wie es kommt, ist es Recht.

Bald, das verspreche ich, werde ich mich weniger kryptisch, oder wenigstens wieder anders kryptisch ausdrücken.

Aber bis dahin, ich sagte es ja schon, bitte, bitte, Daumendrücken.


Aus der Traum

13
Apr
2006

Innovation

Die Szene aus dem Kapitel: Bevor du endgültig depressiv wirst, mach eine Heldenstory draus...
Wenn ich dann endgültig kündige...
und all die Angst habe vor dem Nichtgearbeiteten... und Verschobenen...und der Entdeckung von was weiß ich (ich muss fast lachen, wenn ich das schreibe)
und mich dann doch davon machen und dennoch ein passables Zeugnis haben will...
und immer noch nicht aufgearbeitet habe, wieso mich etwas so bedrücken kann, was ich dumm und unverschämt finde...
Diese Szene: Wie ich vor dem Chef sitze... und er kommt mir vielleicht dumm ... und ich sage:
"Wissen Sie was. Ich bin Schriftstellerin. Sie geben und gaben mir jede Menge Material... Ja, Herr M."
Und dass ich das fast glaube, und vielleicht sogar glaubhaft vertreten könnte: Das gibt mir Mut.In dem ganzen Schlamassel.

7
Mrz
2006

Anregungsmilieu

ist ein gutes Wort.

Es drückt aus, was mir fehlt!

27
Feb
2006

Lauter Fehlkäufe

Immer noch liegen auf meinem Schreib-Computer-Ess-Ritualtisch die Mentholzigaretten, die ich mir mal (wieder) aus Versehen gekauft habe. Weil die ostigen f6, ansonsten ganz okay, im Dunkeln am Automat in "blue" und "bissi leicht-türkis (=Menthol)" einfach verwechselbar sind. Dachte ich erst, die gibt du dem ganz netten Kollegen (erstes Drittel in der schwierigen Truppe), der heute bei der Betriebswahl durchfiel wegen den andern zwei Dritteln. Aber der raucht ja gar nicht Menthol, das war nur der, der immer mit ihm rauchen ging, und der ist schon geflüchtet. Die Besten gehen zuerst... so langsam bin ich es mir wirklich schuldig.
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Das Leben zwischen Schonwaschgang und Schleudern

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Kontakt und Absicherung

Ganz kann ich mich der Tatsache ja nicht verschließen, dass man heutzutage Impressionales beitragen muss. Ich kann, so vermute ich, alle Inhalte meines Blogs selbst verantworten und werde mich auch bemühen, mich an geltendes Recht zu halten. Ich wurde protestantisch erzogen und bin in solchen Bemühungen also geübt. Den Inhalt externer Links kann und will ich nicht verantworten und distanziere mich also nicht nur von jenen, sondern auch von allen Erwägungen, mich dafür in Verantwortung zu ziehen. In irgend auftretenden Zweifelsfällen, viel lieber aber für freundliche Post, gibt es ab sofort ein offenes Scheunentor: wasserfraufrau at gmx punkt de.

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