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Kochwaesche

19
Nov
2009

Erschöpfung

Erst der Vermieterterz, der mich wirklich sehr uffgerescht hat, Mieterverein, blauer Brief, schleimiges Einlenken des Herrn Vermieter, dass ich auch hätte brechen können, viel Arbeit, vegetarische Erkältung (ohne Schwein), Schlafstörungen, Vortrag geschrieben, heute gehalten (unter miesen Bedinungen, aber war okay), ich könnte umfallen, werde aber vielleicht dennoch wieder Schlafprobleme haben.

9
Nov
2009

Großes Kino

Wenn nicht auch manches jetzt wirklich kompliziert würde, ist es doch andererseits großes Kino. Wenn ich nicht zu gar nix mehr käme, was eigentlich getan werden muss, wäre es große Party.
So viele Leute hatte ich schon lang nicht mehr kichernd in der Wohnung. Die anderen Mieterinnen kommen immer mal vorbei, um irgendwas zu bezeugen. Schimpfen auf den Vermieter, der uns ihnen "nicht länger zumuten kann", wie er im Ernst schrieb. Würden jeden Brief unterschreiben, in dem sie um Beibehaltung dieser Zumutung, mit uns in einem Haus zu wohnen, ersuchen würden. Wir haben viel Spaß.
Dabei müssen sie aber auch bezeugen, dass es nun bei anhaltenden Regenfällen wirklich im Arbeitszimmer geworden ist wie beim Camping mit schlechtem Material. Es tropft an verschiedenen Stellen, Wannen und Eimer sind aufgestellt, mehrere Liter aufgefangen, dann tropft es an einer anderen Stelle. Der Dachdecker hatte ja die Diagnose gestellt, dass es kein Loch im Dach gibt, das er wenigstens behelfsmäßig flicken kann. Sondern, dass das Dach falsch und gegen die Vorschriften gedeckt ist, zu flach, deswegen kein Wasser abfließen kann, sondern auf dem Dach stehen bleibt in großer Menge und irgendwann durchsickert. Und sich mittlerweile Kanäle geschaffen hat, denn es ist ja jetzt plötzlich massiv. Weil es aber auch kein ortbares Loch gibt, tropft das Wasser wann und wo es will an unterschiedlichen Stellen. Ja, und das tut es... Die anderen aus dem Haus kommen und bringen uns Plastikplanen usw.

Eigentlich herrlich, eine Hausgemeinschaft die schon immer gut war, wird noch glorreicher durch den ganzen Schlamassel. Sozialer Zusamenhalt erweist sich als doch hundertmilliardenmal wichtiger als juristische Scheinkompetenz, als allgemeine neurotische Cholerik.

22
Okt
2009

Vielleicht heißt die

Überschrift /Unterschrift für den Oktober:

Aktivität, Disziplin und viele ?????

Eine Aktivität, die ich mir lange gewünscht habe, ein von-mir-selbst-getrieben-Sein, das aber irgendwie in Hektik ausartet, eine gewisse Bewusstlosigkeit, Ohnmacht gebiert. Es ist ja "nur" meine Aktivität / Hektik und so zerre ich an der Außenwelt herum, angespannt und ... eben manchmal ohnmächtig.

21
Sep
2009

Nach dem Trubel

kam der trouble und jetzt ist da was zwischen Erschöpfung und Trauer.
So viel Buntes, Erfolg und Freude ... und doch Trauer. Wenn man wie ich mit vielen Künstlern und Künstlerinnen zusammen arbeitet - und selbst es nicht ist, jedenfalls auf keinen Fall im strikten Sinne... wird´s emotional sehr aufwändig. Ich organisiere und mache und tue.. doch die im Schatten sieht man nicht. Connie Palmen hat mehrfach in ihren Büchern die Künstler(innen)seele und speziell die von Schauspieler(innen), aber auch Regisseur(inn)en, Dirigent(inn)en... als zutiefst verletzte, früh übersehene geschildert. Ginge es mir besser, ich hätte das nie gelesen und würde es nicht wiedererkennen? Wäre Naivität hier einfacher? Ohne Nachdenken zurücktoben? Ich sehe wieder mal lauter tief verstörte Kinderseelen, aber wie verletzte Kinder so sind, prügeln sie auf der ein bisschen rum, die sich zur Mama zu eignen scheint. Aber wie ist es eigentlich um die Störung derjenigen bestellt, die sich für diese Rolle hergibt?
Wenn Frauen gegen mich antoben, schmerzt es mich im Übrigen viel, viel mehr als wenn Männer das tun. Das ist auch ein deutlicher Hinweis, wenn ich ihn auch noch nicht ganz zu entschlüsseln weiß.
Es ist mit den Künstler(innen) strukturell ein bisschen so wie mit Fußballfans, die sich auch kloppen, wenn sie verlieren und wenn sie gewinnen, die tun es allerdings mit einem klar definierten Gegner. Künstler(innen) kommen ebenfalls auch im Erfolg nicht zur Ruhe und fühlen sich auch und gerade dann nicht als Team. Da alle Einzelkämpfer sind, will jede(r) den Erfolg für sich und der trouble geht erst Recht los.
Jede(r) stimmt allerdings nicht: Es gibt wunderbare, faire Ausnahmemenschen! Und doch bin ich gerade traurig, wegen dem was ist, wo es doch so gut sein könnte.

5
Sep
2009

Iran

Nach einem irgendwie nach der Mitte dann doch wieder querulant sich organisierenden Tag war ich auf einer langen Veranstaltung zu den Entwicklungen im Iran. Ich bin froh, dass ich den Antrieb gefunden habe, dort hin zu gehen fahren.
Seit geraumer Zeit finde ich, ich sollte mehr dazu wissen. Seit geraumer Zeit denke ich, dass da eine unendliche Spannung ist und brutales Leid verursacht wird, während unsereins grüberlisch bis ignorant reagiert. Und, was mich betrifft, sehr unwissend.
Jetzt habe ich ein bisschen mehr verstanden. Für solche Gelegenheiten bin ich dankbar. ich werde da dran bleiben.

2
Sep
2009

Heldenreise I

Schon vor einiger Zeit entdeckte ich Der Held in uns von Carol S. Pearson für mich. Zweifellos ist es nun an der Zeit, hier fokussiert hin zu schauen...

"Auf der ersten Stufe des Wanderns geht es nicht um Subtilität, sondern darum, überhaupt zu handeln. Während wir für den Verwaisten den Retter als zentrale Person identifiziert haben, wirkt für den Wanderer das Konzept des Bösewichts bzw. des Gefangenensetzers verwandelnd. Das Erkennen des Bösewichts als reale Bedrohung ist Grund für den Aufbruch: Wanderer identifizieren einen Menschen, eine Institution oder ein Glaubenssystem als Ursache ihres Elends, und dann können sie diese Ursache vermeiden oder ihr entfliehen."
Dies beschreibt recht gut, was bei mir passiert gegenüber Monsieur, gegenüber der Beziehung. Es scheint wichtig, dass ich mir auch eingestehe, dass in der Tat alles so begann: Monsieur war der Retter einer Verwaisten...

"Der Verwaiste will, dass für ihn gesorgt wird, der Märtyrer möchte die Lage verändern, in dem er mehr und mehr gibt, um den König zu unterstützen und/oder für ein besseres Funktionieren des Königreichs zu sorgen. Aber der Teil in uns, der ein Wanderer ist, wird früher oder später unsere "Könige" und "Königinnen" - die Menschen, denen wir dienen oder von denen wir annahmen, dass sie uns retten würden - als Bösewichter und Tyrannen erleben. Unsere Aufgabe ist es dann, sie zu verlassen, ganz real oder indem wir uns weit genug entfernen, um unseren eigenen Bereich abzustecken. In jedem Fall ist es entscheidend, dass wir unsere Reisen nicht länger ihretwegen aufschieben."

Das beschreibt meine Situation sehr gut! Ich bin wohl teilweise "ungerecht", doch die Lösung einer stagnativen Situation ist keine Frage der Gerechtigkeit. Diese Kategorie versagt hier.

"Sehr wenige Menschen fühlen sich berechtigt, irgend jemanden oder irgend etwas zu verlassen, ohne zu beschließen, dass das, was sie verlassen, schlecht ist. Es ist nicht vorstellbar einfach zu gehen, weil man wachsen muss. Das Bewusstsein, dass der Retter immer zum Unterdrücker wird, wenn man nicht weitergeht, kommt später, falls überhaupt."

Der letzte Satz scheint mir sehr wichtig, überaus treffend! Dass man sich nicht "berechtigt" fühlt zu gehen, wenn der andere gar nicht böse ist ... hat das nicht einfach was mit Angst zu tun? Angst, die falsche Entscheidung zu treffen? Angst davor, zu verlieren ohne zu gewinnen? Wenn er böse ist, bekommt die Entscheidung erst ihre Kraft... Ein Dilemma?!

14
Aug
2009

Buddhismus im Selbstversuch

...geht nicht. Nicht wirklich.
Außer vielleicht, um der gerade stattgehabten Erkenntnis gewahr zu werden.
Höre einen Vortrag, der Dich inspiriert (und das nicht zum ersten Mal) - soweit war´s noch in Ordnung.
Lies dann ein gutes Buch, try medititation.
Und merke: Du kommst so nicht raus aus dem Dschungel.
Und mit selbstgebackener Moral schon gar nicht.

8
Aug
2009

Hölle, Hölle, Hammer...

Ich kann ja ln der Wohnung nun sitzen, wo ich will. Kaum war der Eröffnungssieg der Eintracht um halb 6 besieglt, dudelt aus einem einzigen Nachbarhaus nach vorn auf die Straße und nach hinten in den Garten... Stimmungsmusik. Hört sich alles an wie Wollfgang Petry, obwohl der vielleicht das gar nicht alleine seit Stunden sein kann.
(Ich bin ja nun, was Fußball betrifft, erstens mit diesem Thema eher sekundär, aber wenn, dann blitzartig intensiv beschäftigt. Die Eintracht konnte mein Herz nie gewinnen, ich komme aus der Pfalz! Und deswegen gehörte selbiges, adoleszent entführt, wenn ich mich dafür blitzartig interessierte, immer dem 1. FCKaiserslautern. Nun aber spielt ein Menschlein aus meiner mickrig kleinen pfälzischen Heimatstadt, FT, bei der Eintracht: Selim Teber. Ich habe das erste Mal einen Grund zur Eintracht zu halten: S.T. hat zwei Tore vorbereitet!)
Jedenfalls, für manche Leute ist es wirklich beneidenswert (?) einfach, völlig abzugehen: Die Eintracht hat gewonnen! Gegen Werder Bremen! Auswärtssieg!

Wie ist das?

Wenn man sich im öffentlichen Raum ein (virtuelles) Zimmer einrichtet?
Zimmer oder öffentlicher Raum? Oder: Erforschung der Balance....?

To whom it may concern:-)))

25
Jul
2009

Die Mittagsfrau

Nachdem ich ziemlich grübelte, welches nächste Buch mir nun Spass machen könnte ... mich entschied und nicht richtig bei der Sache bin ... fällt mir auf, wie sehr mich die Lektüre der Mittagsfrau (von Julia Franck), die ich zuvor abgeschlossen habe, in den Bann gezogen hat.
Ein großartig erzähltes Buch, durchaus "altertümlich" erzählt, wenig experimentell ... mit Anklängen vielleicht an Die Blechtrommel und den Zauberberg, ein bisschen. Mit einer sehr weiblichen Färbung, denn es geht nicht um Oskar und Hans Castorp, sondern ganz wesentlich um Helene (und ihre Schwester Martha, deren Freundin Leontine...)
Und diese Helene ist so distanziert-einfühlsam geschildert, dass die Sympathie, die ich mit ihr fühlte auch wie eine gerechte, berechtigte erzeugt wird: ohne erpresserische Gefühligkeit, aber auch jenseits allen Zweifels. Das ist beachtlich. Julia Franck kannte die Frau nicht, die real ihren Vater, der dann früh starb, als Jungen am Bahnhof einfach stehen ließ und nicht wiederkam. Ohne diesen Jungen zu verraten, hat sie aber eine Geschichte der Mutter erzählt, in der diese Frau überhaupt nicht monströs wirkt.
Es ist auch ein trauriges Buch - und da ich dieser Tage zur Traurigkeit neige, war ich im Erzählten, beim Lesen und beim Rumgehen mit dem Gelesenen, so melancholisch wie im Leben.
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Das Leben zwischen Schonwaschgang und Schleudern

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Kontakt und Absicherung

Ganz kann ich mich der Tatsache ja nicht verschließen, dass man heutzutage Impressionales beitragen muss. Ich kann, so vermute ich, alle Inhalte meines Blogs selbst verantworten und werde mich auch bemühen, mich an geltendes Recht zu halten. Ich wurde protestantisch erzogen und bin in solchen Bemühungen also geübt. Den Inhalt externer Links kann und will ich nicht verantworten und distanziere mich also nicht nur von jenen, sondern auch von allen Erwägungen, mich dafür in Verantwortung zu ziehen. In irgend auftretenden Zweifelsfällen, viel lieber aber für freundliche Post, gibt es ab sofort ein offenes Scheunentor: eine_wasserfrau@gmx.de

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Radfahren
verlernt man nicht. Fernsehschauen wahrscheinlich auch...
wasserfrau - 27. Nov, 23:48
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klar denke ich darüber nach... aber das geht weder...
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Kennst du
das Buch "Englischer Harem" von Anthony MCCarten?...
herbstfrau - 22. Nov, 08:38

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Zum Glück gibt´s Bücher


Per Olov Enquist
Ein anderes Leben


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Die Mittagsfrau

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